Biodiversität auf Campingplätzen 

Der Rückgang der Artenvielfalt zählt neben dem Klimawandel zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Als naturnahe Urlaubs- und Freizeitform spielt der Campingtourismus hier eine besondere Rolle und hat auch durchaus eine hohe Verantwortung. Viele Campingplätze bieten hier schon besendere Lösungen an und tragen zum Erhalt der Biodiversität bei. Das Handeln für mehr Biodiversität hat auch einen Impact auf den zukünftigen wirtschaftlichen Erfolg von Camping-Unternehmen. 

Warum Biodiversität sich für Campingplätze lohnt


Biodiversität bietet Campingplätzen viele Vorteile. Naturnahe Flächen schaffen ein angenehmes Mikroklima, erhöhen die Aufenthaltsqualität und machen den Platz für Gäste attraktiver. Blühflächen, Hecken, Bäume und strukturreiche Bereiche sorgen für Ruhe, Schatten und ein lebendiges Naturerlebnis, das viele Reisende bewusst suchen. Gleichzeitig stärkt eine vielfältige Natur die ökologische Stabilität des Geländes und reduziert langfristig den Pflegeaufwand.

Gäste nehmen das Engagement für Artenvielfalt positiv wahr und verbinden es mit Nachhaltigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Campingplätze, die Biodiversität sichtbar fördern, steigern ihre Attraktivität und können sich klar positionieren. 


Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität

1. Naturnahe Gestaltung der Grünflächen

  • Vielfältige Blühwiesen statt englischem Rasen: Reduzieren Sie die Intensität des Mähens, lassen Sie bestimmte Bereiche bewusst wachsen oder säen Sie regionale Wildblumenmischungen ein. Dies schafft Lebensraum und Nahrungsquellen für Insekten wie Bienen und Schmetterlinge.
  • Heimische Bäume und Sträucher pflanzen: Setzen Sie auf standortgerechte, einheimische Gehölze, die den lokalen Tieren Nahrung und Unterschlupf bieten. Vermeiden Sie invasive Neophyten, die heimische Arten verdrängen können. (z.B. Weißdorn, Schlehe, Felsenbirne, Wildrosen).
  • Vielfalt bei der Bepflanzung: Achten Sie auf eine abwechslungsreiche Mischung aus Stauden, Gräsern und Bäumen mit unterschiedlichen Blühzeiten, um das ganze Jahr über Nahrung für Insekten zu bieten.
  • Totholzecken und Steinhaufen: Belassen Sie gezielt Totholzstapel oder legen Sie Steinhaufen an. Diese bieten wichtigen Lebensraum für Insekten, Reptilien, Amphibien und Kleinsäuger.
  • Blühstreifen an Wegen und Parzellen: Entlang von Wegen oder zwischen den Stellplätzen können schmale Streifen mit Wildblumen eingesät werden, um ökologische Korridore zu schaffen.

2. Förderung von Tierarten

  • Insektenhotels und Nisthilfen: Bringen Sie Insektenhotels für Wildbienen und andere Insekten sowie Nistkästen für Vögel und Fledermäuse an. Achten Sie auf eine gute Qualität und die richtige Anbringung.
  • Teiche und Feuchtbiotope anlegen: Wenn die Gegebenheiten es zulassen, können kleine Teiche oder feuchte Mulden wertvolle Lebensräume für Amphibien, Libellen und andere Wasserinsekten schaffen.
  • Vogelfreundliche Gestaltung: Vermeiden Sie übermäßige Beleuchtung in der Nacht, die Vögel desorientieren kann. Bieten Sie Futterstellen im Winter an, wenn die natürliche Nahrung knapp ist.
  • Keine Pestizide und Herbizide: Verzichten Sie vollständig auf chemische Schädlingsbekämpfungs- und Unkrautvernichtungsmittel. Setzen Sie stattdessen auf natürliche Feinde oder mechanische Unkrautbeseitigung.
  • Natürliche Schädlingsregulierung: Eine gesunde Biodiversität führt oft zu einem natürlichen Gleichgewicht, bei dem "Schädlinge" durch ihre Fressfeinde in Schach gehalten werden.

3. Ressourcenmanagement und Infrastruktur

  • Wassermanagement:
    • Regenwassernutzung: Sammeln Sie Regenwasser zur Bewässerung der Grünflächen oder für die Toilettenspülung.
    • Wassersparende Armaturen: Installieren Sie in Sanitärgebäuden und Mietunterkünften wassersparende Duschköpfe und Armaturen.
    • Bewässerungssysteme optimieren: Nutzen Sie Tropfbewässerung oder Zeitschaltuhren, um den Wasserverbrauch zu minimieren.
  • Energieeffizienz und erneuerbare Energien:
    • LED-Beleuchtung und Bewegungsmelder: Reduzieren Sie den Energieverbrauch durch den Einsatz effizienter Beleuchtung und optimieren Sie die Beleuchtungszeiten.
    • Solaranlagen: Prüfen Sie die Installation von Photovoltaik- oder Solarthermieanlagen zur Strom- und Warmwassererzeugung.
  • Abfallmanagement und Recycling:
    • Konsequente Mülltrennung: Bieten Sie Gästen und Mitarbeitern einfache und klare Möglichkeiten zur Mülltrennung.
    • Abfallvermeidung: Reduzieren Sie Einwegprodukte und fördern Sie Mehrweglösungen (z.B. wiederverwendbare Becher im Kiosk).
  • Einsatz umweltfreundlicher Produkte: Verwenden Sie biologisch abbaubare Reinigungs- und Pflegemittel sowie WC-Zusätze.

4. Sensibilisierung und Kommunikation

  • Informationsmaterial: Erstellen Sie kleine Informationsbroschüren, Schautafeln oder QR-Codes mit Informationen zur lokalen Flora und Fauna auf dem Campingplatz.
  • Geführte Naturspaziergänge: Bieten Sie geführte Spaziergänge an, bei denen Gäste die Biodiversität entdecken und mehr darüber lernen können.
  • Hinweise zum Verhalten: Sensibilisieren Sie Ihre Gäste für einen respektvollen Umgang mit der Natur, z.B. kein Müll hinterlassen, auf Wegen bleiben, keine Pflanzen pflücken.
  • Kooperationen: Arbeiten Sie mit lokalen Naturschutzorganisationen, Biologen oder Imkern zusammen. Diese können Sie fachlich beraten und eventuell auch Bildungsangebote für Ihre Gäste anbieten.
  • Transparenz zeigen: Kommunizieren Sie Ihr Engagement für Biodiversität auf Ihrer Website, in sozialen Medien und in Ihren Marketingmaterialien. Erwähnen Sie konkrete Maßnahmen und deren positive Auswirkungen.

5. Nachhaltige Beschaffung und lokale Wirtschaft

  • Regionale Produkte: Bevorzugen Sie beim Einkauf für Ihren Kiosk oder Ihr Restaurant regionale und saisonale Produkte. Dies unterstützt die lokale Wirtschaft und reduziert Transportwege.
  • Biologische Produkte: Wenn möglich, beziehen Sie Lebensmittel und andere Produkte in Bio-Qualität.


Durch die Umsetzung dieser Maßnahmen können Sie nicht nur einen wertvollen Beitrag zum Schutz der Biodiversität leisten, sondern auch das Image Ihres Campingplatzes stärken, neue Zielgruppen ansprechen und langfristig Kosten sparen. Es ist eine Investition in die Zukunft – für Ihren Campingplatz und für die Umwelt.

Partner & Zusammenarbeit 

Der BVCD arbeitet mit verschiedenen Partnern zusammen, um Campingplätze beim Thema Biodiversität zu unterstützen. Dazu gehören ECOCAMPING sowie die Stiftung Mensch & Umwelt. Gemeinsam entstehen Projekte, Empfehlungen und Materialien, die Campingplätze dabei unterstützen, naturnahe Maßnahmen umzusetzen und langfristig zu verankern.

Die Zusammenarbeit mit diesen Partnern stärkt das Bewusstsein für Artenvielfalt und zeigt, wie wichtig nachhaltige Gestaltung für Campingplätze ist. 

Unternehmen biologische Vielfalt

Der BVCD ist Unterstützer der „Unternehmen Biologische Vielfalt“. Das Ziel dieses Forums ist es, durch gemeinsame ökonomische, ökologische und soziale Werte, einen Beitrag zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt zu leisten und somit die Vielfalt an Arten und Naturräumen in Deutschland zu stärken.