Fakten
über die Campingbranche
Die dynamische Wertschöpfung des Campingtourismus in Deutschland – Eine Erfolgsgeschichte der letzten 25 Jahre
Der Campingtourismus in Deutschland hat sich in den letzten 25 Jahren von einem Nischensegment zu einem wichtigen und dynamischen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Insbesondere in den letzten Jahren hat er einen bemerkenswerten Aufschwung erlebt, der maßgeblich zur Wertschöpfung in vielen Regionen beiträgt. Diese Entwicklung ist nicht nur auf die steigenden Übernachtungszahlen zurückzuführen, sondern auch auf die zunehmende Professionalisierung der Branche und die wachsenden Ausgaben der Camper. Laut DWIF 2025 erbringt der Campingtourismus gegenwärtig einen Bruttoumsatz von rund 20,7 Milliarden Euro.
Positive Effekte der Wertschöpfung
Die hohe Wertschöpfung des Campingtourismus in Deutschland hat vielfältige positive Effekte:
- Regionale Wirtschaftsförderung:
- Stärkung ländlicher Räume: Campingplätze sind oft in ländlichen oder naturnahen Regionen angesiedelt, wo sie eine wichtige Rolle als Wirtschaftsfaktor spielen. Sie sichern und schaffen Arbeitsplätze und tragen zur Grundversorgung bei, indem sie über ihre Gäste Nachfrage im lokalen Einzelhandel, der Gastronomie und bei Dienstleistern generieren.
- Investitionen in Infrastruktur: Die steigende Nachfrage führt zu Investitionen in die Modernisierung und den Ausbau von Campingplätzen. Dies umfasst Stellplatzgestaltung, Sanitäranlagen, gastronomische Angebote, Freizeitaktivitäten (Pools, Wellness) und zunehmend auch digitale Infrastruktur (WLAN).
- Arbeitsplatzsicherung und -schaffung:
- Der Campingtourismus ist ein bedeutender Arbeitgeber. Neben den direkten Arbeitsplätzen auf den Campingplätzen entstehen indirekte Arbeitsplätze in der Zulieferindustrie, im Handel (Freizeitfahrzeuge, Ausrüstung), in der Gastronomie und bei Dienstleistern, die von den Ausgaben der Camper profitieren.
- Förderung der regionalen Identität und Kultur:
- Camper sind oft an authentischen Erlebnissen interessiert und suchen den Kontakt zur lokalen Kultur. Dies fördert die Nachfrage nach regionalen Produkten, traditionellem Handwerk und lokalen Veranstaltungen, was zur Stärkung der regionalen Identität beiträgt.
- Nachhaltigkeit und Umweltschutz:
- Der Campingtourismus ist von Natur aus eng mit dem Naturerlebnis verbunden. Viele Campingplätze investieren in umweltfreundliche Infrastruktur und Energiekonzepte. Die Branche hat ein Eigeninteresse am Erhalt natürlicher Ressourcen, da diese die Basis ihres Geschäftsmodells bilden. Dies führt zu einem erhöhten Bewusstsein für Umweltfragen und zu Investitionen in nachhaltige Praktiken.
- Steigende Attraktivität Deutschlands als Reiseziel:
- Die moderne und vielfältige Campinginfrastruktur macht Deutschland zu einem attraktiven Reiseziel für in- und ausländische Camper. Die große Vielfalt an Landschaften, kulturellen Angeboten und Freizeitmöglichkeiten kann durch die Flexibilität des Campings optimal erkundet werden.
Der Campingtourismus in Deutschland wird voraussichtlich weiterhin wachsen. Der Trend zum naturnahen, individuellen und flexiblen Urlaub ist ungebrochen. Gleichzeitig nimmt die Professionalisierung der Branche zu, mit steigenden Investitionen internationaler Ketten und der Entwicklung von "Glamping"-Angeboten, die neue Zielgruppen ansprechen. Die Branche steht jedoch auch vor Herausforderungen wie dem Ausbau ausreichender Stellplatzkapazitäten in beliebten Regionen und der weiteren Integration digitaler Services.
Insgesamt stellt der Campingtourismus in Deutschland eine Erfolgsgeschichte dar, die durch kontinuierliches Wachstum, erhebliche Wertschöpfung und vielfältige positive Effekte für Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft gekennzeichnet ist. Seine Bedeutung als Säule des deutschen Tourismus ist in den letzten 25 Jahren stetig gewachsen und wird auch zukünftig eine tragende Rolle spielen.
BVCD-Branchenbericht 2023/24
Die Campingbranche in Deutschland im Überblick
Positiv für die Campingwirtschaft: Immer mehr Wohnmobile in Deutschland zugelassen
Binnen sieben Jahren hat sich die Zahl der zugelassenen Wohnmobile in Deutschland mehr als verdoppelt! Gegenwärtig sind laut Kraftfahrtbundesamt mehr als eine Million Wohnmobile sind derzeit bundesweit zugelassen. Besonders viele Wohnmobile sind im hohen Norden und tiefen Süden angemeldet.
Die folgende Meldung des Kraftfahrzeugbundesamts zeigt die genauen Daten:
Pressemeldung des KBA, 28. Mai 2025:
"Im April 2025 erreichte der Bestand an Wohnmobilen im Zentralen Fahrzeugregister (ZFZR) erstmalig über eine Millionen Fahrzeuge. Damit hatte sich der Bestand dieser Fahrzeugart seit 2017 mehr als verdoppelt. Bis zum Jahr 2020 schwankte die Anzahl der in Deutschland registrierten Wohnmobile zwischen 400.000 und 600.000 Wohnmobilen, in den Jahren ab 2020 stieg der Bestand deutlich an.
Die Neuzulassungen der Wohnmobile erlebten insbesondere im Jahr 2020 mit +41,4 Prozent einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Dieses Wachstum markierte jedoch keinen Trend. Im Folgejahr lag der Zuwachs noch bei 4,4 Prozent, in 2022 verzeichneten die Neuzulassungen der Wohnmobile einen Rückgang von -17,6 Prozent.
Fast die Hälfte der zugelassenen Wohnmobile im Bestand am 1. April 2025 war der Fiat Ducato (42,6 %). Damit war dies die häufigste Modellreihe mit 427.590 Fahrzeugen. Auf Platz zwei reihte sich der VW Transporter mit einem Anteil von 13,5 Prozent (135.544 Fahrzeuge), Platz drei erreicht der Citroen Jumper mit 8,6 Prozent (85.785 Fahrzeuge).
Knapp ein Drittel aller Wohnmobile waren auf Personen zwischen 60 und 69 Jahren zugelassen. Damit war dies mit 318.589 Fahrzeugen die größte Haltergruppe. Danach folgten die 50 bis 59-Jährigen mit 265.073 Wohnmobilen. Die Altersgruppe der unter 40-Jährigen kam gemeinsam auf nicht einmal 10 Prozent mit 96.201 Fahrzeugen.
97,4 Prozent aller Wohnmobile wurden mit Dieselkraftstoff angetrieben, 2,3 Prozent waren Benziner, 0,3 Prozent der Wohnmobile wurden mit Gas betrieben. Die alternativen Antriebsarten waren mit 160 Elektro (BEV) und 104 Hybriden, darunter 38 Plug-in Wohnmobile vertreten.
Campingplätze in Niedersachsen setzen ein starkes Zeichen für den Klimaschutz
BVCD-Partner Ecocamping betreut innovatives Projekt mit Leuchtturmcharakter
Das Pionierprojekt «Klimafreundlich Campen in Niedersachsen» schafft Bewegung in der Campingbranche und erzielt Erfolge im Klimaschutz: mehr Bewusstsein, ambitionierte Klimaschutzpläne und CO2-Einsparungen. Bei einer feierlichen Abschlussveranstaltung am 28.06.2023 auf dem Uhlenköper-Camp in Uelzen wurden die Ergebnisse und ausgezeichneten Campingplätze vorgestellt. Klimaschutz im Fokus der Campingbranche: Zuspruch übertrifft alle Erwartungen Das von der Landesregierung Niedersachsens geförderte und vom BVCD Niedersachsen organisierte Projekt stieß auf großes Interesse in der niedersächsischen Campingbranche. Der Zuspruch war größer als erwartet: Weitere Campingunternehmen wurden daraufhin von den Experten der ECOCAMPING Service GmbH parallel zu den 20 im Projekt geförderten Campingplätzen beraten und zum betrieblichen Klimaschutz angeleitet. Nachhaltige Erfolge: Camps erzielen gemeinsam kurzfristig über 10 % CO2-Einsparungen Um eine Vergleichbarkeit zwischen den unterschiedlich großen Camps zu ermöglichen, wurden die Treibhausgasemissionen auf die Übernachtungszahlen umgerechnet. Der Mittelwert des CO2-Fußabdrucks der teilnehmenden Campingplätze liegt bei 1,74 CO2 kg pro Gästeübernachtung (ÜN). Hervorragend waren die Ergebnisse bei einzelnen Camps - der minimalen Fußabdruck von 0,32 kg CO2 / ÜN grenzt an der Zielmarke der Klimaneutralität. Durch kurzfristig umgesetzte Maßnahmen wie einen Anbieterwechsel zu Ökostrom oder Öko-Gas, die Installation einer Wärmepumpe oder dem Austausch einer Ölheizung durch eine Holzpellet-Anlage konnten direkt große CO2e-Einsparungen erzielt werden. Mittel- und langfristig werden die Campingplätze ihre individuellen Klimaschutzfahrpläne umsetzen, die eine Vielzahl von Maßnahmen umfassen. Dazu gehören technischen Maßnahmen wie der Bau von Photovoltaik-Anlagen, die Installation von größeren Wärmepumpen, die Verbesserung der Gebäudeisolation und die optimierte Nutzung von Abwärme. Einzelne Aktionspläne beinhalten auch gestalterische Aspekte, wie die Beschattung und Begrünung von Gebäuden und Standplätzen mit regionalen und trockenheitsresistenten Pflanzen. Darüber hinaus liegt ein Fokus auf organisatorischen Maßnahmen wie der Förderung der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel für Anreise und Ausflüge und der Anpassung des Angebots im Campingshop und Restaurant, um fleischarme und regionale Versorgungsoptionen zu fördern. Wissen, Praxis & Austausch für eine nachhaltige Transformation Im Rahmen der Projekte erhielten die teilnehmenden Campingbetriebe maßgeschneiderte Informationen und wurden dazu angeregt, sich aktiv mit ihren Erfahrungen einzubringen. Durch interaktive Workshops und Online-Seminare entstand ein reger Austausch zwischen den Betrieben und Expert*innen. Denn die praktischen Erfahrungen im Campingalltag sind äußerst wertvoll. Ein zentraler Bestandteil der Initiative war die individuelle Beratung vor Ort. Basierend auf der ermittelten betrieblichen CO2e-Bilanz und einer umfassenden Bestandsaufnahme wurden individuelle Herausforderungen identifiziert und erste Handlungsfelder abgeleitet. Das Ziel bestand darin, in dividuelle Klimaschutz-Aktionspläne zu erarbeiten und deren Umsetzung zu planen.
Klimaschutz für alle: Branchen-Ratgeber ermöglicht Einstieg in den Klimaschutz Der kompakte Ratgeber mit einer klaren Analyse und vielen praktischen Tipps bündelt die im Projekt gewonnen Erkenntnisse und richtet sich gezielt an Campingunternehmen, die ihr Engagement für den Klimaschutz weiterentwickeln möchten. Mit der Einführung eines Klimaschutzmanagements werden Betriebe widerstands- und handlungsfähiger gegenüber zukünftigen politischen und klimatischen Herausforderungen. Der Ratgeber bietet Campingbetrieben erste Informationen, Empfehlungen und praktische Lösungswege für ihren eigenen Weg zur Klimaneutralität. Zudem zeigt er auf, wie Campingplätze selbst aktiv werden und dadurch eine gestaltende Rolle in der Klimawende einnehmen können. ClimaCamps: Campingplätze zeigen sich fit für den Klimaschutz Sechs der 25 beteiligten Campingplätze erhalten die ambitionierte neue Auszeichnung ClimaCamps zum Abschluss der Projektlaufzeit. Weitere Campingplätze haben eine Bewerbung für die Zertifizierung angekündigt. Diese Auszeichnung umfasst drei Stufen und dient damit als Anreiz für die Campingunternehmen, schrittweise ihre betrieblichen Klimaschutzmaßnahmen zu verbessern. In Stufe 1, der „klimabewusste Campingplatz“, finden sich die Campingplätze Böhmeschlucht, Camping am Waldbad, Naturistencamp Sonnensee Hannover, Campingplatz Bul lerby am Attersee und Nordsee-Campingplatz Hooksiel. Einen Schritt weiter ging bereits das Uhlenköper-Camp aus Uelzen, das sich mit dem Titel „klimaaktiver Campingplatz“ schmücken darf. Die höchste Auszeichnung, Stufe 3 klimaplus, markiert ein ehrgeiziges Ziel, auf den die Campingplätze mit großem Engagement in den kommenden Jahren hinarbeiten. Die Landesregierung Niedersachsen ehrt die fortschrittlichen Campingplätze Das Engagement der teilnehmenden Campingplätze wurde von Minister Olaf Lies (Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung) und Claudia Simon (Abteilungsleiterin Mittelstand Tourismus) gewürdigt. Sie betonen die Bedeutung von betrieblichem Klimaschutzengagement und informierten über weitere Aktivitäten des Landes für den Klimaschutz im Tourismus.
Die teilnehmenden Campingplätze haben beweisen, dass mit gezielten Maßnahmen und einem Bewusstsein für klimafreundliches Wirtschaften ein positiver Beitrag zur Reduzierung von CO2 Emissionen geleistet werden kann. „Wir sind stolz auf die beachtlichen Klimaschutzmaßnahmen, die die niedersächsischen Campingplätze seit vielen Jahren umsetzen, und auf ihre Entschlossenheit, weiterhin aktiv an der Schaffung einer nachhaltigen Zukunft mitzuwirken. Dieses Projekt markiert einen wichtigen Meilenstein für den Klimaschutz im Tourismus. Wir möchten den Elan und die Vernetzung aus dem Projekt mitnehmen und gemeinsam mit allen bisher teilnehmenden sowie zusätzlich interessierten Campingplätzen kontinuierlich an weiteren Klimaschutzmaßnahmen arbeiten. Wir freuen uns, wenn sich viele weitere Campingplätze unserer Initiative anschließen und sich mit uns vernetzen,“ kommentiert Norbert Kloodt, Vorsitzender des BVCD Niedersachsen.
Die teilnehmenden Campingplätze haben beweisen, dass mit gezielten Maßnahmen und einem Bewusstsein für klimafreundliches Wirtschaften ein positiver Beitrag zur Reduzierung von CO2 Emissionen geleistet werden kann. „Wir sind stolz auf die beachtlichen Klimaschutzmaßnahmen, die die niedersächsischen Campingplätze seit vielen Jahren umsetzen, und auf ihre Entschlos senheit, weiterhin aktiv an der Schaffung einer nachhaltigen Zukunft mitzuwirken. Dieses Projekt markiert einen wichtigen Meilenstein für den Klimaschutz im Tourismus. Wir möchten den Elan und die Vernetzung aus dem Projekt mitnehmen und gemeinsam mit allen bisher teilnehmenden sowie zusätzlich interessierten Campingplätzen kontinuierlich an weiteren Klimaschutzmaßnahmen arbeiten. Wir freuen uns, wenn sich viele weitere Campingplätze unserer Initiative anschließen und sich mit uns vernetzen,“ kommentiert Norbert Kloodt, Vorsitzender des BVCD Niedersachsen.
Weitere Informationen zum Projekt und den Ratgeber:
www.climacamps.com
Alle ausgezeichneten Campingplätze:
www.ecocamps.de/climacamps