Co-Working-Spaces auf Campingplätzen: 
Positive Synergien für Gäste und Betreiber

Das Angebot von Co-Working-Spaces auf Campingplätzen ist eine innovative Antwort auf die wachsende Beliebtheit von "Workation" und "Bleisure". Es schafft eine Win-Win-Situation, indem es den Bedürfnissen moderner Reisender gerecht wird und gleichzeitig neue Einnahmequellen und eine verbesserte Auslastung für die Betreiber generiert.


Wie Co-Working-Spaces positive Synergien aufbauen:

Für Gäste (Arbeitende Urlauber, Digitale Nomaden, Bleisure-Reisende):

  1. Optimale Work-Life-Integration: Gäste können ihren Urlaub genießen und gleichzeitig ihren beruflichen Verpflichtungen nachkommen, ohne Abstriche bei der Qualität der Arbeit machen zu müssen. Dies ermöglicht eine echte Work-Life-Integration statt einer strikten Trennung.
  2. Produktivität in inspirierender Umgebung: Die Naturverbundenheit des Campingplatzes kann eine inspirierende und stressreduzierende Arbeitsumgebung bieten, die die Kreativität und Konzentration fördert – ein starker Kontrast zum oft sterilen Büroalltag.
  3. Professionelle Infrastruktur: Statt sich mit instabilem WLAN im Zelt oder Wohnmobil abmühen zu müssen, bieten Co-Working-Spaces eine zuverlässige und professionelle Arbeitsumgebung mit schnellem Internet, ergonomischen Möbeln, Steckdosen und oft auch Druckmöglichkeiten.
  4. Netzwerkmöglichkeiten: Co-Working-Spaces fördern den Austausch und die Vernetzung mit Gleichgesinnten. Dies kann zu neuen Kontakten, Kooperationen oder einfach zu einem inspirierenden Gespräch in der Kaffeepause führen.
  5. Trennung von Arbeit und Freizeit im Urlaub: Obwohl man am Urlaubsort arbeitet, hilft ein dedizierter Arbeitsbereich, eine klare Grenze zwischen Arbeitszeit und Freizeit zu ziehen. Nach getaner Arbeit kann man den Laptop zuklappen und sofort in den Urlaubsmodus wechseln, ohne das Gefühl zu haben, die Arbeit "mit in den Urlaub" genommen zu haben.
  6. Familienfreundlichkeit: Für Familien mit Kindern ermöglichen Co-Working-Spaces den Eltern, konzentriert zu arbeiten, während die Kinder die Angebote des Campingplatzes nutzen. Dies entlastet und ermöglicht allen Familienmitgliedern einen erholsamen Aufenthalt.


Für Betreiber von Campingplätzen:

  1. Erschließung neuer Zielgruppen und Umsatzpotenziale: Campingplätze können neue Segmente ansprechen: Digitale Nomaden, Freiberufler, Remote-Mitarbeiter, aber auch Geschäftsreisende, die Bleisure praktizieren möchten. Dies erweitert die Kundenbasis erheblich.
  2. Verbesserung der Auslastung in der Nebensaison: Workation-Gäste sind oft flexibler in ihrer Reisezeit und weniger an die klassischen Hauptsaisonen gebunden. Co-Working-Spaces können somit dazu beitragen, die Auslastung in der Vor- und Nachsaison deutlich zu erhöhen.
  3. Steigerung der Aufenthaltsdauer: Wenn Gäste wissen, dass sie vor Ort gut arbeiten können, sind sie eher bereit, ihren Aufenthalt zu verlängern. Längere Aufenthalte bedeuten höhere Umsätze pro Gast.
  4. Höhere Wertschöpfung pro Gast: Workation-Gäste haben oft ein höheres verfügbares Einkommen und sind bereit, für gute Infrastruktur und Komfort zu zahlen. Dies kann sich in höheren Einnahmen pro Stellplatz/Mietunterkunft und durch die Nutzung der Co-Working-Spaces niederschlagen.
  5. Imageaufwertung und Modernisierung: Das Angebot von Co-Working-Spaces positioniert den Campingplatz als modern, innovativ und zukunftsorientiert. Dies kann das Gesamtimage des Platzes positiv beeinflussen und ihn von der Konkurrenz abheben.
  6. Zusätzliche Einnahmequellen: Neben der Miete für die Arbeitsplätze selbst können zusätzliche Dienstleistungen wie Kaffee- und Getränkeausschank, Druckservices oder die Vermietung von Technikgeräten weitere Einnahmen generieren.
  7. Mundpropaganda und Empfehlungen: Zufriedene Workation-Gäste werden ihre positiven Erfahrungen teilen und den Campingplatz weiterempfehlen, was zu organischem Wachstum führt.


Beispiele, wo Co-Working-Spaces auf Campingplätzen gut funktionieren:

Obwohl das Konzept noch relativ jung ist, gibt es bereits einige vielversprechende Ansätze und Pioniere, die zeigen, wie es funktionieren kann:

  1. Alpencamping Nenzing (Österreich): Dieser Premium-Campingplatz in Vorarlberg hat das Potenzial für Workation erkannt. Sie bieten nicht nur eine ausgezeichnete Infrastruktur mit schnellem WLAN auf dem gesamten Platz, sondern auch spezielle, ruhige Bereiche und eine Atmosphäre, die konzentriertes Arbeiten ermöglicht. Obwohl kein expliziter "Co-Working-Space" im klassischen Sinne ausgewiesen ist, schaffen die hochwertigen Mietunterkünfte und die generelle Ausstattung die Voraussetzungen dafür. Sie bewerben aktiv die Möglichkeit, Arbeit und Urlaub zu verbinden.
  2. Camping Village Marina di Venezia (Italien): Einer der größten und modernsten Campingplätze Europas. Auch hier wird stark in die digitale Infrastruktur investiert. Obwohl sie keinen dezidierten Co-Working-Space anbieten, sind die Voraussetzungen für Remote Work durch flächendeckendes, leistungsstarkes WLAN und komfortable Mietunterkünfte gegeben. Viele Gäste nutzen die vorhandenen Einrichtungen und die Ruhe, um während ihres Aufenthalts zu arbeiten.
  3. Campingplätze mit Fokus auf "Digital Nomads" oder "Workation-Hubs": Es gibt eine wachsende Zahl kleinerer, spezialisierter Campingplätze oder Glamping-Anlagen, die sich gezielt an digitale Nomaden richten. Diese Plätze sind von Grund auf mit einer starken digitalen Infrastruktur, Gemeinschaftsbereichen und oft auch dedizierten Arbeitsbereichen ausgestattet. Sie sind oft in naturnahen, aber gut erreichbaren Regionen gelegen.
    • Beispiel (Konzept): Einige kleinere, oft neu gegründete Glamping-Resorts oder umgebaute Bauernhöfe in ländlichen Regionen (z.B. in Portugal, Spanien oder auch Deutschland) beginnen, explizite "Workation-Pakete" anzubieten. Diese beinhalten oft Zugang zu einem Gemeinschafts-Büro, schnelles Internet, und manchmal sogar organisierte Netzwerk-Events oder Workshops.
  4. Caravanpark Sexten (Italien): Dieser Luxus-Campingplatz in den Dolomiten setzt ebenfalls auf höchste Standards, auch bei der Konnektivität. Die hochwertigen Chalets und Lodges bieten eine private und ruhige Umgebung, die sich hervorragend zum Arbeiten eignet. Die atemberaubende Naturkulisse trägt zusätzlich zur Inspiration bei.


Wichtige Erfolgsfaktoren für Co-Working-Spaces auf Campingplätzen:

  • Top-Internetverbindung: Dies ist das A und O. Ohne schnelles und stabiles WLAN ist das Konzept zum Scheitern verurteilt.
  • Ruhige Arbeitsumgebung: Der Co-Working-Space muss eine Atmosphäre bieten, die konzentriertes Arbeiten ermöglicht, fernab vom Trubel des Campingplatzes.
  • Ergonomische Ausstattung: Bequeme Stühle, ausreichend große Tische und Steckdosen sind grundlegend.
  • Flexibilität: Verschiedene Arbeitsbereiche (z.B. Einzelplätze, kleine Besprechungsbereiche) und flexible Nutzungszeiten.
  • Zusatzservices: Kaffee, Tee, Wasser, eventuell Snacks, Druckmöglichkeiten, Whiteboards.
  • Gezieltes Marketing: Die Kommunikation des Angebots an die richtige Zielgruppe über entsprechende Kanäle.


Indem Campingplätze diese Aspekte berücksichtigen und in entsprechende Infrastruktur investieren, können sie nicht nur ihre Attraktivität steigern, sondern auch einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil erzielen und sich als moderne Destinationen für die Arbeitswelt von morgen positionieren. Vielen Dank für die Beispiele! Die Suche hat einige sehr gute und konkrete Beispiele für Campingplätze ergeben, die bereits erfolgreich Co-Working-Spaces anbieten oder sich auf Workation-Gäste spezialisiert haben.

Hier sind einige der genannten Beispiele, die zeigen, wie Campingplätze positive Synergien für Gäste und Betreiber durch das Angebot von Co-Working-Spaces aufbauen:


Best-Practice-Beispiele für Co-Working-Spaces auf Campingplätzen:

  1. InselCamp Fehmarn (Deutschland):
    • Angebot: Das InselCamp Fehmarn bietet eine "Co-Working Box" (auch "Beach Box" genannt), die über Starlink-Satelliten-Internet von Elon Musk verfügt. Die Box ist mit induktiven Ladestationen, Sitzsäcken und einer Markise für schönes Wetter ausgestattet. Sie kann von Gästen kostenfrei genutzt werden, eine kostenpflichtige Buchung des gesamten Raumes ist ebenfalls möglich.
    • Synergie: Dies ist ein hervorragendes Beispiel für die Schaffung einer professionellen Arbeitsumgebung direkt am Meer. Gäste können konzentriert arbeiten und gleichzeitig die Urlaubsatmosphäre genießen. Für den Betreiber bedeutet dies eine deutliche Attraktivitätssteigerung für eine neue Zielgruppe von Remote-Workern und eine verbesserte Auslastung, insbesondere in der Nebensaison.
  2. Camping STEL (Roda de Berà, Spanien):
    • Angebot: Das Stel Camping & Bungalow Resort ist einer der ersten spanischen Campingplätze, der den Trend zur Fernarbeit erkannt hat. Sie bieten einen "brandneuen Co-Working-Bereich" im Herzen des Campingplatzes, neben dem Einkaufsbereich. Dieser ist gut beleuchtet und mit den notwendigen technischen Voraussetzungen ausgestattet, um Kreativität und Produktivität zu fördern.
    • Synergie: Hier wird die Familienfreundlichkeit des Campingplatzes mit den Bedürfnissen arbeitender Eltern kombiniert. Während die Kinder im "Sioux-Indianer-Camp" oder anderen Freizeiteinrichtungen beschäftigt sind, können die Eltern im Co-Working-Space arbeiten. Dies erhöht die Attraktivität für Familien, die eine Workation planen, und verlängert potenziell die Aufenthaltsdauer.
  3. Camping Domaine de la Faurie (Séniergues, Frankreich):
    • Angebot: Dieser Campingplatz bietet einen Remote-Work-Bereich mit 14 Innenarbeitsplätzen, ausgestattet mit 27-Zoll-Bildschirmen, einem Whiteboard für Präsentationen, einem Besprechungstisch, Akustiksesseln, ergonomischen Schreibtischstühlen und exzellentem WLAN.
    • Synergie: Das sehr professionelle Setup spricht gezielt Gäste an, die eine vollwertige Büroinfrastruktur benötigen. Dies ermöglicht längere Workations und zieht möglicherweise auch kleine Teams an, die ein Offsite-Meeting in entspannter Umgebung abhalten möchten. Der Campingplatz profitiert von einer höheren Wertschöpfung pro Gast und einer stärkeren Positionierung im Premium-Segment.
  4. Camping Le Sérignan Plage (Sérignan, Frankreich):
    • Angebot: Der Campingplatz Le Sérignan Plage bewirbt seinen Co-Working-Space als "viel mehr als nur ein Büro". Er ist täglich von 7:00 bis 22:00 Uhr geöffnet und bietet 27-Zoll-Bildschirme, privates und sicheres WLAN, ergonomische Sitzgelegenheiten, Besprechungstische und schallisolierte Kabinen ("Pods") für optimale Konzentration.
    • Synergie: Die Betonung der "Work-Life-Balance" und der "inspirierenden und warmen Energie" spricht Gäste an, die eine harmonische Verbindung von Arbeit und Freizeit suchen. Die schallisolierten Kabinen sind ein klares Plus für Videokonferenzen oder konzentrierte Einzelarbeit, was die Professionalität des Angebots unterstreicht und die Zufriedenheit der Gäste erhöht.
  5. Emma Wanderer (Hieflau, Österreich):
    • Angebot: Als "Remote Work Campus" positioniert, bietet Emma Wanderer eine Kombination aus Camping, Glamping und Co-Working.
    • Synergie: Dies ist ein Beispiel für eine ganzheitliche Ausrichtung auf die Workation-Zielgruppe. Durch die explizite Positionierung als "Campus" wird ein Gemeinschaftsgefühl und ein Umfeld für den Austausch unter Remote-Workern gefördert, was über das reine Bereitstellen von Arbeitsplätzen hinausgeht.
  6. Såndgøld Alpine Glamping (Sand in Taufers, Italien):
    • Angebot: Dieses Alpine Glamping-Erlebnis bietet im obersten Stockwerk des "Greenhouse" mehrere Co-Working-Spaces mit ausreichend Stromanschlüssen, High-Speed-Internet und einem unschlagbaren Blick auf die Berge. Es wird auch hervorragender italienischer Espresso serviert.
    • Synergie: Die Kombination aus luxuriösem Glamping, atemberaubender Natur und professionellen Arbeitsplätzen schafft ein Premium-Angebot für anspruchsvolle Workation-Gäste. Die Integration von Entspannungsmöglichkeiten (Naturschwimmteich, Spa-Center) direkt am Platz macht es zu einem attraktiven Ziel für längere Aufenthalte.


Diese Beispiele zeigen, dass das Angebot von Co-Working-Spaces auf Campingplätzen nicht nur eine Nische ist, sondern ein wachsender Trend, der sowohl für Gäste als auch für Betreiber erhebliche Vorteile bietet. Die Investition in eine gute digitale Infrastruktur und ergonomische Arbeitsplätze zahlt sich aus, indem sie neue Zielgruppen erschließt, die Auslastung verbessert und das Image des Campingplatzes modernisiert.